Schnellkochtopf Garzeiten: Die große Tabelle für Fleisch, Gemüse, Kartoffeln & Hülsenfrüchte

Der Schnellkochtopf kann ein echter Lebensretter sein, wenn der Hunger groß und die Zeit knapp ist. Ein Gulasch, das im normalen Kochtopf gefühlt den halben Nachmittag vor sich hin schmurgelt? Im Schnellkochtopf ist es deutlich früher fertig. Kartoffeln? Eine Sache von wenigen Minuten. Selbst Hülsenfrüchte verlieren einen guten Teil ihres Schreckens.

Doch genau hier steckt der Haken: Wie lange muss welches Lebensmittel eigentlich im Schnellkochtopf bleiben?

Zwei Minuten können bei Brokkoli darüber entscheiden, ob er angenehm bissfest oder ziemlich traurig und weich auf dem Teller landet. Bei einem Stück Rindfleisch sieht die Sache wiederum ganz anders aus. Hier können ein paar Minuten mehr genau das sein, was aus einem eher widerspenstigen Stück Fleisch einen wunderbar zarten Braten macht.

Eine gute Übersicht der Schnellkochtopf Garzeiten gehört deshalb praktisch neben den Topf.

Wichtig dabei: Die eigentliche Garzeit beginnt normalerweise erst dann, wenn der Schnellkochtopf den vorgesehenen Betriebsdruck beziehungsweise die gewählte Garstufe erreicht hat. Die Aufheizphase davor zählt nicht zur angegebenen Garzeit. Auch das verwendete Modell, die Größe der Zutaten und die Druckstufe können das Ergebnis beeinflussen.

Wer mit dem Gerät noch nicht ganz vertraut ist, findet in unserer Schnellkochtopf Anleitung die wichtigsten Grundlagen zur Bedienung, zum Befüllen und zum sicheren Druckabbau.

Und nun ran an den Topf – die Uhr läuft!

Schnellkochtopf Garzeiten: Die große Tabelle im Überblick

Die folgenden Garzeiten sind Richtwerte. Sie orientieren sich unter anderem an den Garzeitangaben etablierter Schnellkochtopf-Hersteller. Fissler nennt beispielsweise für 500 Gramm Gulasch etwa 20 bis 25 Minuten, für Salzkartoffeln 6 bis 8 Minuten und für weißen Reis etwa 5 bis 7 Minuten.

Trotzdem gilt: Die Bedienungsanleitung Ihres eigenen Schnellkochtopfs hat Vorrang. Unterschiedliche Modelle arbeiten mit unterschiedlichen Druckstufen.

Fleisch im Schnellkochtopf: Von Gulasch bis Tafelspitz

Gerade bei Fleisch zeigt der Schnellkochtopf, was in ihm steckt. Zähere Fleischstücke profitieren vom Garen unter Druck, während empfindlichere Stücke überraschend schnell fertig sind.

FleischMenge ungefährGarzeit
Gulasch vom Rind500 g20–25 Min.
Rouladen500 g20–25 Min.
Rinderbrust500 g30–40 Min.
Tafelspitz500 g30–40 Min.
Kalbsbraten500 g20–25 Min.
Schweinebraten500 g30–35 Min.
Schweinefilet am Stück500 g8–10 Min.
Schweinegulasch500 g10–15 Min.
Kasseler Rippchen500 g10–12 Min.

Besonders bei Schmorgerichten lohnt es sich, das Fleisch vorher direkt im offenen Schnellkochtopf kräftig anzubraten. Dadurch entstehen Röstaromen, die später in der Soße landen – und mal ehrlich, genau diese kleinen Dinge machen aus „ganz lecker“ oft „davon nehme ich noch eine Portion“.

Nach dem Anbraten kommen Gemüse, Gewürze und Flüssigkeit hinzu. Erst danach wird der Deckel verriegelt und Druck aufgebaut.

Bei Gulasch, Rouladen und größeren Bratenstücken ist ein langsamer beziehungsweise natürlicher Druckabbau häufig sinnvoll. Das Fleisch kann dabei noch etwas ruhen und nachgaren.

Gemüse: Hier entscheiden manchmal Sekunden

Gemüse ist ein völlig anderes Kaliber. Wo Fleisch gerne ein paar Minuten länger bekommt, kann Gemüse im Schnellkochtopf blitzschnell verkochen.

GemüseMenge ungefährGarzeit
Brokkoli500 g2–4 Min.
Blumenkohl500 g2–4 Min. in Röschen
Karotten500 g4–6 Min.
Grüne Erbsen500 g2–3 Min.
Kohlrabi, Stücke500 g2–3 Min.
Rosenkohl500 g2–3 Min.
Lauch in Ringen500 g2–3 Min.
Spargel500 g3–6 Min.
Kürbis500 g5–7 Min.
Paprika500 g1–2 Min.

Herstellerangaben zeigen sehr schön, wie kurz die Garzeiten bei Gemüse ausfallen können: Brokkoli und Blumenkohl benötigen teilweise lediglich zwei bis vier Minuten, Paprika sogar nur rund ein bis zwei Minuten.

Deshalb lautet die Devise hier: lieber zunächst etwas kürzer garen.

Ist eine Karotte nach dem Öffnen noch ein wenig zu fest? Kein Drama. Sie lässt sich ohne Druck noch kurz weitergaren. Ist sie dagegen bereits völlig zerfallen, lässt sich die Uhr leider nicht zurückdrehen.

Für Gemüse wird bei Schnellkochtöpfen mit mehreren Garstufen häufig die niedrigere beziehungsweise schonendere Stufe verwendet. Prüfen Sie aber unbedingt die Angaben Ihres Herstellers.

Kartoffeln, Reis und andere Beilagen

Kartoffeln gehören zu den beliebtesten Lebensmitteln für den Schnellkochtopf – aus gutem Grund. Sie sind schnell fertig und lassen sich besonders praktisch in einem Einsatz oberhalb der Flüssigkeit garen.

LebensmittelMenge ungefährGarzeit
Salzkartoffeln500 g6–8 Min.
Pellkartoffeln500 g8–12 Min.
Weißer Reis500 g5–7 Min.
Naturreis500 g7–9 Min.
Risotto500 g5–6 Min.
Polenta500 g6–10 Min.

Die Größe macht bei Kartoffeln einen gewaltigen Unterschied. Kleine, gleichmäßig geschnittene Kartoffelstücke garen schneller als große ganze Kartoffeln.

Wer also möchte, dass alle Stücke gleichzeitig fertig sind, sollte sie möglichst auf eine ähnliche Größe bringen. Klingt banal – erspart aber später die kuriose Mischung aus halb zerfallenen und innen noch festen Kartoffeln.

Für Salzkartoffeln nennt Fissler beispielsweise etwa sechs bis acht Minuten, für Pellkartoffeln ungefähr acht bis zwölf Minuten.

Auch die Größe des Topfes spielt eine Rolle beim Kochen im Alltag. Falls Sie noch überlegen, welches Volumen zu Ihrem Haushalt passt, hilft unser Ratgeber Schnellkochtopf – welche Größe passt? bei der Auswahl.

Hülsenfrüchte: Schnellkochtopf statt stundenlangem Warten

Bei Hülsenfrüchten spielt der Schnellkochtopf seinen größten Trumpf aus.

HülsenfruchtMenge ungefährGarzeit
Linsen, getrocknet400 g10–15 Min.
Getrocknete Erbsen400 g15–18 Min.
Rote Bohnen400 gca. 15 Min.
Kidneybohnen400 g15–20 Min.
Weiße Bohnen, getrocknet400 gca. 20 Min.
Sojabohnen400 g15–20 Min.

Bei manchen Bohnen- und Getreidesorten empfiehlt sich vorheriges Einweichen. Ob das notwendig ist und wie lange eingeweicht werden sollte, hängt von der Sorte und dem verwendeten Rezept ab. Die Herstellerangaben unterscheiden ausdrücklich zwischen eingeweichten und nicht eingeweichten Lebensmitteln.

Außerdem sollte bei Hülsenfrüchten die maximale Füllmenge besonders beachtet werden. Sie quellen während des Garens auf und können schäumen.

So finden Sie die richtige Garzeit für Ihren Schnellkochtopf

Eine Tabelle ist hilfreich – aber sie ist kein Naturgesetz.

Nehmen wir zwei Möhren. Eine wird in dünne Scheiben geschnitten, die andere landet in groben Stücken im Topf. Obwohl auf beiden „Möhre“ steht, werden sie nicht exakt gleichzeitig gar sein.

Die wichtigsten Faktoren sind:

  • Größe der Lebensmittel: Kleine Stücke garen schneller.
  • Menge: Große Mengen verlängern vor allem die Aufheizphase.
  • Ausgangstemperatur: Tiefgekühlte Zutaten benötigen länger bis zum Druckaufbau.
  • Garstufe: Höherer Druck bedeutet normalerweise höhere Gartemperatur.
  • Gewünschte Konsistenz: Bissfest oder butterweich macht einen Unterschied.
  • Druckabbau: Während des natürlichen Druckabbaus gart das Lebensmittel weiter.

Gerade der letzte Punkt wird gerne unterschätzt.

Wenn Brokkoli bereits seine perfekte Konsistenz erreicht hat und anschließend noch zehn Minuten im heißen Topf liegt, war die ursprünglich korrekte Garzeit am Ende trotzdem zu lang. Bei empfindlichem Gemüse ist deshalb häufig ein zügiger Druckabbau sinnvoller als bei großen Fleischstücken.

Aber Vorsicht: Druck darf nur nach den Vorgaben des jeweiligen Herstellers abgelassen werden. Der Deckel darf niemals mit Gewalt geöffnet werden. Moderne Schnellkochtöpfe besitzen Sicherheitsmechanismen, trotzdem gehört der korrekte Umgang einfach dazu. Mehr dazu erklären wir ausführlich im Ratgeber Sind Schnellkochtöpfe sicher?.

Auch die Flüssigkeitsmenge verdient Aufmerksamkeit. Ein Schnellkochtopf braucht Flüssigkeit, um Dampf und damit Druck zu erzeugen. Wie viel mindestens erforderlich ist, hängt vom Modell ab. Deshalb sollte die Herstelleranleitung immer die erste Adresse sein.

Ein kleiner Praxistrick hilft ungemein: Notieren Sie bei neuen Gerichten die verwendete Garzeit.

„Kartoffeln, mittelgroß – 8 Minuten – perfekt.“

Das klingt fast schon altmodisch, funktioniert aber hervorragend. Nach einigen Wochen besitzen Sie eine ganz persönliche Garzeitentabelle, abgestimmt auf Ihren Topf, Ihre bevorzugten Portionsgrößen und Ihren Geschmack.

Falls Sie noch auf der Suche nach einem geeigneten Modell sind, finden Sie in unserer Schnellkochtopf-Auswahl unterschiedliche Größen und Ausstattungsvarianten.

Häufige Fragen und Schlussfolgerung

Wann beginnt die Garzeit im Schnellkochtopf?

Die angegebene Schnellkochtopf-Garzeit beginnt normalerweise dann, wenn der vorgesehene Betriebsdruck erreicht ist. Die Minuten, die der Topf vorher zum Aufheizen benötigt, werden nicht mitgerechnet.

Warum sind Garzeitangaben manchmal unterschiedlich?

Weil nicht jeder Schnellkochtopf mit exakt demselben Druck arbeitet. Außerdem verändern Größe, Menge, Lebensmitteltemperatur und gewünschte Konsistenz das Ergebnis. Deshalb sind Garzeittabellen immer als Orientierung zu verstehen.

Kann man die Garzeit einfach verlängern, wenn etwas noch nicht weich ist?

Ja. Ist das Lebensmittel noch zu fest, kann erneut Druck aufgebaut oder ohne Druck weitergegart werden. Genau deshalb ist es bei empfindlichen Zutaten oft schlauer, zunächst etwas kürzer zu garen.

Welche Lebensmittel profitieren besonders vom Schnellkochtopf?

Vor allem Speisen mit normalerweise längerer Garzeit: Gulasch, Rouladen, Braten, Kartoffeln, Eintöpfe, Bohnen, Linsen und andere Hülsenfrüchte. Auch Reis und zahlreiche Gemüsesorten lassen sich darin ausgesprochen schnell zubereiten.

Was ist wichtiger – Tabelle oder Bedienungsanleitung?

Immer die Bedienungsanleitung des konkreten Schnellkochtopfs. Tabellen liefern ausgezeichnete Ausgangswerte, können aber die individuellen Druckstufen und Sicherheitsvorgaben eines bestimmten Modells nicht vollständig berücksichtigen.

Die richtige Garzeit im Schnellkochtopf ist letztlich keine Geheimwissenschaft. Ein guter Richtwert, etwas Erfahrung und ein Blick auf Größe sowie Beschaffenheit der Zutaten reichen meist schon aus.

Und nach ein paar Gerichten passiert etwas Interessantes: Man schaut nicht mehr nervös auf den Druckanzeiger und fragt sich, ob das wohl gutgeht. Stattdessen wird der Schnellkochtopf zu dem, was er sein soll – ein ziemlich praktischer Küchenhelfer, der aus einem zeitaufwendigen Abendessen überraschend schnell eine entspannte Mahlzeit macht.

Die Tabellen auf dieser Seite geben Ihnen dafür einen zuverlässigen Ausgangspunkt. Fangen Sie im Zweifel eher am unteren Ende der angegebenen Zeitspanne an. Nachgaren geht schließlich immer – aus verkochten Kartoffeln wieder feste zu machen, nun ja, daran arbeitet die Küchenwissenschaft noch.

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